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Wiesenhof-Mäster in der Kritik

Gastbeitrag: Pressemitteilung des Bund für Umwelt und naturschutz (BUND) Düren vom 18.01.2010:

Bericht erhärtet Widerstand gegen die industrielle Intensivtierhaltung im Kreis

Wiesenhof-Mäster in der Kritik

Es sei „ein Skandal, dass die bestehenden Nutztier-Haltungsverordnungen eine qualvolle Haltung ohne genügend Platz und ohne Auslauf erlaubten.“ So äußerte sich nun Bernd Weikopf, Mitglied des Kreisvorstandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V (BUND) Düren anlässlich des jüngst ausgestrahlten ARD-Magazins Report Mainz über die widerlichen Haltungsbedingungen von Hähnchen-Elterntieren im Wesjohann-„Wiesenhof“-Konzern.

„Wem es um eine bäuerliche und eine vorzeigbar artgerechte Tierhaltung geht,“ so Weikopf an die Adresse des Landwirte und Verbände, „der darf nicht weiter gemeinsam mit den Hähnchenkonzernen Werbeveranstaltungen für eine solche agrarindustrielle Mast durchführen!“ Die empörenden Bilder mit gequälten Tieren zeigten zwar konzerneigene Kolonnen und keine Landwirte, sie gehörten aber offenbar zum agrarindustriellen Billigfleisch-System und würden daher dem Image der gesamten Landwirtschaft erheblich schaden.

Gegen Planung, Genehmigung und Bau solcher Agrarfabriken wehrten sich mittlerweile zu Recht deutschlandweit immer mehr Bürgerinitiativen, Natur- und Tierschutzverbände. Auch die allermeisten Bauern lehnten selbst mittlerweile die Vertragsmast im Rahmen agrarindustrieller Systeme ab, die nicht nur zu Lasten von Tieren, Umwelt und Nachbarn gingen: „Die Mäster trügen das Risiko für Stallinvestitionen und Produktion, seien völlig abhängig von den Vorgaben der Geflügelkonzerne und von deren Preisen für Küken, Futter und Hähnchen, sie erwirtschaften großenteils nicht einmal einen ausreichenden Arbeitslohn. Die wachsende Überschussproduktion und die subventionierten Billig-Exporte auf den Weltmarkt ruinierten,“ so Weikopf, „die Preise der Bauern hier und in den armen Ländern.“

Weikopf appellierte nochmals an alle möglichen Betroffenen zum Thema Intensivtierhaltung im Kreis Düren, sich an den im vergangen Herbst im Kreishaus mit Unterstützung des Landrates Spelthahn gegründeten Arbeitskreisen der beiden Gebiete „Ethik-Tierschutz-Wirtschaftlichkeit“ und „Steuerung von Intensivtierhaltung durch Planung“ zu beteiligen und einzubringen. „Es ist an der Zeit, dass wir auch im Kreis Düren uns ausschließlich mit den neuen und guten Perspektiven in der Freiland- und Ökohaltung von Mastgeflügel und Legehennen auseinandersetzen, um diese auch alsbald umzusetzen.“ Weikopf fordert weiter „künftig alle Agrarsubventionen strikt an Leistungen für den Tier- und Umweltschutz zu koppeln und die Tierschutzstandards anzuheben, zudem eine deutlich verbesserte Bürgerbeteiligung bei der Planung neuer Ställe, die Kennzeichnung der Tierhaltungsformen auf allen Lebensmitteln entsprechend dem Vorbild der Eierkennzeichnung sowie die Stärkung der regionalen Futtermittelerzeugung.“ Angesagt sei jetzt eine artgerechte Nutztierhaltung in bäuerlichen Betrieben, ohne systematische Überschuss-Produktion für Weltmarkt-Exporte, mit einer bedarfsgerechten Produktion und fairen Erzeugerpreisen.“

Hierfür hatte das Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“, dem auch der BUND angehört, bereits in der vergangenen Woche anlässlich der Grünen Woche in Berlin gemeinsam mit über 60 Bürgerinitiativen, dem Deutschen Tierschutzbund und einigen weiteren Verbänden demonstriert. (Bernd Weikopf, BUND)