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B 90/ Die Grünen Vettweiß 
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Die Drover Heide

Auf diesen Internetseiten finden Sie versch. Informationen zur Drover Heide (zum Teil schon etwas älter). Ende 2007 ist die Diskussion um das Wegekonzept wieder neu aufgeflammt. Die Grünen unterstützen die Forderung der Naturschutzverbände, keine weiteren Wege zu öffnen. Eine ausführliche Stellungnahme des BUND finden Sie hier: www.bund-dueren.de
Allgemeine Infos und Wegeplan: www.biostation-dueren.de/droverheide.html


Drover Heide: Naturschutz und Naherholung

Zum wiederholten Mal wurden in der Drover Heide Mitte Januar 06 Schilder und Zäune zerstört. Um die zum Teil hitzige Diskussion um das ehemalige Truppenübungsgebiet zu versachlichen, nachfolgend ein sehr ausführlicher Text der Biologischen Station zu Ihrer Information!

Besuch im Einklang mit der Natur
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Die Drover Heide steht mit dem Ende der militärischen Nutzung (Ende 2004) als Naturschutzgebiet von internationaler Bedeutung (nach Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, Vogelschutz-Richtlinie) und als Naherholungsgebiet zunehmend im Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Besondere Bedeutung erlangt die Drover Heide als Gebiet mit gemeinschaftlicher Bedeutung im europäischen Schutzgebietsnetz "Natura 2000" mit den gefährdeten Lebensraumtypen der feuchten Lehmheide, der mageren Pfeifengraswiesen und nährstoffarmer Kleingewässer mit Pioniervegetation. Zahlreiche Kleingewässer und Tümpel beherbergen eine artenreiche Amphibienfauna, oft in wassergefüllten Panzerspuren. In der Tierwelt des Gebietes ist die Vogelwelt mit 12 gefährdeten Brutvogelarten und 25 gefährdeten Gastvogelarten nach der Vogelschutz-Richtlinie der EG von herausragender Bedeutung. Alle in NRW gegenwärtig typischen Heidevogelarten (Leitarten) brüten im Gebiet, darunter vor allem die Arten der Vogelschutz-Richtlinie (Anhang I) Ziegenmelker, Heidelerche und Neuntöter. Mit deutlich über 30 Brutpaaren des hochbedrohten Ziegenmelkers zählt die Drover Heide zu den fünf wichtigsten Brutplätzen dieser Art in NRW.

Letztlich verbergen sich hinter dem Paragraphen nach Europäischem Naturschutzrecht (FFH-RL) Tiere und Pflanzen, deren Schutz nur Sinn macht, wenn er über Ländergrenzen hinaus betrieben wird. D.h. Schutzmaßnahmen z.B. für die Heidelerche in der Drover Heide stehen im Zusammenhang mit ihren Überwinterungsquartieren in Spanien und Frankreich. Verteilt über Europa sollen so artenreiche Lebensräume erhalten werden, die als Rückzugsgebiete für sog. prioritäre Arten- und Lebensräume von internationaler Bedeutung sind.
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Der Kreis Düren hat zur Umsetzung der FFH-Richtlinie die Drover Heide in den rechtkräftigen Landschaftsplänen Vettweiß und Kreuzau-Nideggen als Naturschutzgebiet mit einer Größe von ca. 670 ha festgesetzt.


Drover Heide - ein Kleinod für seltene Tier- und Pflanzenarten
Was macht nun aber gerade den Truppenübungsplatz Drover Heide für Tier- und Pflanzenarten so interessant, dass die Europäische Union den Erhalt des Gebietes für erforderlich hält. Das Gebiet hat eine 100-jährige militärische Geschichte und wurde bis Ende des Jahres 2004 noch von den belgischen Streitkräften als Übungsplatz genutzt. Es überrascht zunächst, dass ausgerechnet auf dem Truppenübungsplatz besonders viele, heute in der sonstigen Kulturlandschaft seltene Tier- und Pflanzenarten leben und oftmals ihre letzten Rückzugsgebiete gefunden haben. Amphibien wie die Kreuzkröte, der Laubfrosch, verschiedene Molcharten wie z.B. der Kammmolch besiedeln ebenso wie gefährdete Libellenarten die temporären Kleingewässer. Durch den Panzerfahrbetrieb sind an die 700 Klein- und Kleinstgewässer entstanden, in denen naturschutzfachlich „der Teufel los ist“.

Neben dem reichhaltigen tierischen Treiben wachsen in und an den Kleingewässern und Fahrspuren die sogenannten Zwerge der Drover Heide, kleinste, Licht liebende Pflanzen, die europaweit selten und bedroht sind. Die „Winzlinge“ werden nur wenige Zentimeter groß, so dass man schon genau hinschauen muss, um sie zu entdecken. Faden-Enzian, Zwerg-Lein, Acker-Kleinling und Sand-Binse haben alle die gleiche Überlebensstrategie: sie leben nur ein einziges Jahr auf den fast vegetationsfreien Schlammflächen des Truppenübungsplatzes. Gerade dort, wo die Panzer das Gebiet besonders intensiv befahren haben, sind nasse überflutete Offenbodenbereiche entstanden, die im Sommer austrocknen. Mit dem Zurückweichen des Wassers beginnt der Lebenszyklus der Zwergbinsen. Im Boden haben zahlreiche Samen überwintert, die nun mit der steigenden Wärme zu keimen beginnen. Innerhalb weniger Wochen blühen die Winzlinge und bilden in guten Jahren reichlich Samen. Mit der Ausbildung der Samen endet das kurze Leben an den Teichrändern, um im nächsten Jahr von Neuem zu beginnen. Der Faden-Enzian ist der kleinste Vertreter unter den Enziangewächsen und mit seinen leuchtend gelben Blüten, die er nur bei Sonnenschein öffnet, die auffälligste Art unter den "Zwergenpflanzen". Er hat sein Hauptverbreitungsgebiet in Frankreich und war in Deutschland schon immer selten. Mittlerweile sind die Vorkommen auf Truppenübungsplätzen möglicherweise die Einzigen im Bundesgebiet, die langfristig überhaupt erhalten werden können.
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Nicht viel größer ist der Pillenfarn. Er wiederum hat eine andere Taktik, die offenen schlammigen Tümpel zu besiedeln: schnell kann er mit seinen Ausläufern, die dicht über dem Erdboden dahin kriechen, die Kleingewässer besiedeln. Er gehört zu den Farngewächsen, auch wenn er ein gänzlich anderes Aussehen besitzt. Sein Name rührt von den kleinen pillenförmigen Sporenbehältern, die auf den Ausläufern entstehen. Durch den Fahrbetrieb mit Kettenfahrzeugen sind Bruchstücke der Ausläufer und Sporenkapseln über das ganze Gebiet verbreitet worden, so dass fast jedes Gewässer vom Pillenfarn besiedelt wird.

Seltene Vögel wie Ziegenmelker, Heidelerche oder auch das Schwarzkehlchen brüten am Boden zwischen dem Heidekraut. Mit insgesamt ca. 40 Brutpaaren besiedelt der Ziegenmelker die Drover Heide. „Sie stehlen bei Nacht, denn am Tage können sie nicht sehen, sie dringen in die Ställe der Hirten und fliegen nach den Eutern der Ziegen um Milch zu saugen. Durch diese Gewalttätigkeit stirbt das Euter ab, und die so gemolkenen Ziegen werden blind.“ So beschrieb bereits Plinius vor gut 1900 Jahren in seiner enzyklopädischen Naturgeschichte eine der bemerkenswertesten Vogelarten unserer heimischen Fauna. Und so fand dieses vermeintliche, dem völlig harmlosen Vogel angedichtete Verhalten sogar Einzug in die wissenschaftlichen Namensgebung. „Caprimulgus“ – übersetzt: Ziegenmelker.

Aber auch im Mittelalter war den Menschen der sonderbare, rindenfarbene Vogel mit dem eulenhaft schaukelnden, lautlosen Flug, dessen Balzlied die Menschen an das Schnurren eines Spinnrades erinnerte, nicht geheuer. Dementsprechend traute man ihm so einiges zu, rückte ihn denn auch in die Nähe der Hexen, Dämonen und Geister. Der große, zum nächtlichen Fang fliegender Insekten hervorragend geeignete Rachen und die Tatsache, dass der „Nachtschatten“, wie er volkstümlich auch genannt wurde, gerne in der Nähe von Viehherden zur Jagd schreitet, mögen zur Einschätzung beigetragen haben, dass er nachts heimlich Ziegen und Schafe melkt.

Ungewollt waren aber gerade die Schäfer und Hirten des Ziegenmelkers Freund, schafften und erhielten sie doch die Landschaften, die der „Geißenmelker“ zum Leben braucht: die Heiden. Eine Jahrhunderte währende intensive Nutzung der Wälder, in denen die Menschen die Bäume rodeten, die Plackerei auf sich nahmen und den Oberboden in mühseliger Arbeit abplaggten, um Dünger für die Felder zu gewinnen, ließ die Wälder mehr und mehr aus dem Landschaftsbild verschwinden. Große, einsame Heidelandschaften traten besonders im norddeutschen Tiefland an ihre Stelle. Dem Wald blieb keine Zeit der Erholung, denn die Heiden wurden von zahlreichen Schafen und Ziegen beweidet und zur Verjüngung regelmäßig abgebrannt. Baumschösslingen blieb so kaum eine Chance; lediglich bewehrte oder schlecht schmeckende Sträucher und Gehölze, wie Besenheide, Besenginster oder der dornige englische Ginster konnten sich durchsetzen und beherrschten allmählich das Landschaftsbild – ein wahres El Dorado für Ziegenmelker, Heidelerche, Brachpieper, Birkhuhn und Co.


Wegelenkungskonzept Drover Heide
Nachdem die belgischen Streitkräfte Ende 2004 den Platz offiziell verlassen haben, wurde die Frage der zivilen Mitbenutzung des Platzes schnell akut. Über die Öffnung des Gebietes wurde lange diskutiert, eine mögliche Wegeführung dann im Rahmen einer so genannten FFH-Verträglichkeitsprüfung, mit der der Kreis Düren ein unabhängiges Gutachterbüro beauftragt hat, erarbeitet. Der Gutachter hat dabei verschiedene Wanderwege, die von einer "Wegefindungskommission" (bestehend aus Vertretern der Gemeinden Kreuzau und Vettweiß, des Kreises Düren, dem Eigentümer und der Biologischen Station Düren) vorgeschlagen wurden, auf ihre Verträglichkeit für die hohen Schutzziele, gemäß FFH-Richtlinie, die das Gebiet zu erfüllen hat, überprüft. Das Gutachten stellte die Basis des Wegeplanes dar, der einvernehmlich mit allen Beteiligten abgestimmt wurde. Daraus entwickelte die Biologische Station Düren unmittelbar ein Besucherlenkungskonzept und beantragte für dessen Umsetzung Haushaltsmittel. Bereits im Oktober 2004 erhielt die Biologische Station Düren für dieses Konzept eine Finanzierungszusage im Rahmen einer EU-Förderung.


Gefahr durch Kampfmittel
Bis heute gilt der Platz offiziell immer noch als Truppenübungsplatz unter hoheitlicher Betreuung des Bundes (Eigentümer), der aber einer zivilen Mitbenutzung im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Kreis Düren und den Gemeinden Kreuzau und Vettweiß zustimmte. Um ein gefahrloses Betreten des Platzes für die Bevölkerung zu ermöglichen war es in erster Priorität notwendig, umfangreiche Untersuchungen zum Themenkomplex Altlasten/Kampfmittel durchzuführen. In Teilbereichen wurden Wegeabschnitte von Kampfmitteln geräumt, wo auch eine erhebliche Kampfmittelbelastung bestand. Munition, die nicht transportfähig war, wurde vor Ort gesprengt. Die Räumungsmaßnahmen gemäß des Wegekonzeptes wurden Ende Juli 2005 abgeschlossen. Achten Sie deshalb zu Ihrer eigenen Sicherheit auf das Wegegebot und den Hinweis auf Kampfmittel und Lebensgefahr außerhalb der freigegebenen Wege!


Welche Maßnahmen wurden schon durchgeführt?
Zunächst einmal wurden zugewachsene Wege des Wegenetzes motormanuell frei geschnitten und gemulcht, um ein gefahrloses Betreten zu ermöglichen. Anschließend sind die Wege durch etwa 1,30 m hohe Rundhölzer markiert worden. Alle Pfosten tragen eine weiße Farbmarkierung an der Spitze, um sie als freigegebenen Weg zu markieren. Zusätzlich tragen einige Pfosten auch Farbmarkierungen, die mit der farblichen Markierung auf der Wanderkarte korrespondieren. Besucher des Gebietes haben daher die Möglichkeit, sich auf der Karte eine Rundstrecke auszusuchen und sich dann im Gelände bequem an den Rundhölzern zu orientieren.

Für eine Übergangszeit bis Ende Oktober 2005 wurden an 9 Zuwegungen zum Gebiet kleine Übersichtstafeln aufgehängt, auf denen sich die Erholungssuchenden orientieren können. Ende Oktober werden diese durch großformatige Informationstafeln zum Gebiet ersetzt.


Winterrunde und Sommerrunde
Zu beachten sind die Öffnungszeiten der beiden Querungen im Süden des Gebietes. Hier gibt es eine sogenannte Sommerrunde und eine Winterrunde. Die mittlere Querung, die Winterrunde ist vom 16.08 bis zum 14.03 freigegeben. Der Weg führt durch den Zentralbereich der Heide und ermöglicht wundervolle landschaftliche Eindrücke. Die restliche Zeit des Jahres ist der Weg gesperrt, da er durch zahlreiche Ziegenmelkerreviere führt. Ein Betreten zur Brutzeit des Vogels ist deshalb verboten. Das Überleben des großen Ziegenmelkervorkommens der Drover Heide – immerhin eines der bedeutendsten in Nordrhein-Westfalen – hängt ganz wesentlich davon ab, dass es gelingt, die Besucherlenkung auch in der Praxis umzusetzen. Der Ziegenmelker ist als klassischer Heidevogel nämlich ein Bodenbrüter und reagiert daher äußerst empfindlich auf Störungen durch Menschen oder auch durch freilaufende Hunde. Daher ist es außerordentlich wichtig, dass Hunde immer an der Leine gehalten werden!
Die südlichere Querung, die Sommerrunde, ist vom 15.03 bis zum 30.09 geöffnet. Im Winterhalbjahr ist der Weg gesperrt, um den zahlreichen Wintergästen in der Heide (Sumpfohreule, Raubwürger, Kornweihe etc.) ausreichend große Ruheräume zu gewähren.


Belassen von Ruheräumen und Erkunden der schützenswerten Lebensräume
Nicht nur aufgrund der erheblichen Kampfmittelbelastung, sondern auch aufgrund von naturschutzfachlichen Aspekten ist es erforderlich, heute vorhandene Panzertrassen für die Bevölkerung zu sperren. Ohne es zu merken stört der Mensch, ist er zur falschen Zeit am falschen Ort. Tiere und Pflanzen benötigen entsprechend große Ruhe-Räume. Deshalb sind grundsätzlich alle nicht durch Rundpfosten markierten Wege gesperrt. Zusätzlich werden einige Wege durch Schrittverweigerer aus Lärchenholz oder entsprechende Hinweisschilder als gesperrt gekennzeichnet. Auf den vor Ort angebrachten Wegekarten sind jedoch leicht alle freigegebenen Wege zu entnehmen.

Dort, wo im Winter witterungsbedingt ein Passieren der Wege unmöglich ist, werden Bohlenwege errichtet, wie sie z.B. im Hohen Venn oder im Todtenbruch bei Raffelsbrand gute Dienste leisten. Besucher des Gebietes sollten auf den Bohlenwegen nicht nur auf rutschfestes Schuhwerk, sondern auch auf Pflanzen und Tiere achten. Hier besteht die große Wahrscheinlichkeit Pillenfarn, Faden-Enzian, Frösche, Molche und vieles mehr zu entdecken und in aller Ruhe zu beobachten.


Pflege und Beweidung
Ein weiteres zentrales Element und wie wir hoffen ein regionales Projekt mit hohem Identifikationspotential, gerade für die Bürger der angrenzenden Gemeinden, wird die Aufnahme einer Rinderbeweidung mit einer „Extensivrasse“ sein. Seit vielen Jahren gibt es unter dem Schlagwort „Megaherbivoren“ (ist ein Begriff aus der Ökologie, der große Pflanzenfresser bezeichnet, die einen weitreichenden Einfluss auf die Entwicklung der Landschaft haben) viele kleinere, aber auch größere Projekte, die sich mit der Wiederaufnahme großer Schutzgebiete in Beweidungsmodelle beschäftigen. Grenznah auf holländischer Seite, aber auch im Kreis Viersen, im Kreis Lippe u. v. a. möchte man sich „tierische Unterstützung“ bei der kostenintensiven maschinellen Pflege bedienen.

Eine dauerhafte Erhaltung der Heidebestände erfordert ständige Pflege durch Mahd und/oder Beweidung. Ohne dieses Management würde die offene Heidelandschaft von Birken überwachsen und der Lebensraum der lichthungrigen Pflanzen- und Tierarten vernichtet. Reh- und Schwarzwild alleine erreichen keinen ausreichenden Weidedruck auf die Waldbereiche, um für große offene Landschaften zu sorgen. Nach durchschnittlich ca. 15 Jahren ist die Heide stark überaltert und „vergreist“. Die Zwergsträucher sterben langsam ab und die Blütenpracht weicht einem eintönigen Braun. Spätestens jetzt besteht akuter Handlungsbedarf: eine maschinelle Pflege der Heide muss stattfinden. Birken, die mittlerweile deutlich in ihrem Anteil auf diesen Flächen zugenommen haben, müssen entfernt werden und die Heide wird gemäht. Die Stöcke treiben im nächsten Jahr neu aus, und die junge Heide blüht wieder auf.

Um die Heide auch weiterhin zu erhalten, sieht das Gesamtkonzept die Beweidung ausgedehnter Koppeln südlich der alten Kreisstrasse zwischen Soller und Drove vor. Ziel der Beweidung ist es die aufwendige und kostenintensive manuelle Heidepflege der vergangenen Jahren durch Weidetiere zu verringern. Hierbei sind neben Rindern gerade Ziegen besonders geeignet die aufkommenden Gehölze kurz zu halten. Hierzu wurde in den letzten Tagen mit der Herrichtung der Zauntrasse begonnen indem diese zunächst auf 3 m Breite gemulcht wurde, damit diese Trasse dann von Kampfmitteln geräumt werden konnte. Im Anschluß wurde bzw. wird ein 4-spänniger Elektrozaun auf drei großen Weidekoppeln installiert. Dieser Zaun verläuft auf etwa 5 km parallel zu den freigegebenen Wanderwegen. Um das Naturerlebnis der Menschen nicht durch Weidezäune zu stören, wird der Zaun nicht zuletzt aufgrund des Drängens der Kreispolitik im Januar 2005 in 10 bis 20 m Entfernung vom Weg errichtet. Anders als bei herkömmlichen Weidezäunen ermöglicht dieser 4-spännige Elektrozaun, dass auch Ziegen in der Koppel verbleiben. Und diese sollen hier auch als tierische Landschaftspfleger dauerhaft helfen, die wundervolle Heidelandschaft nicht zuletzt auch für die Besucher zu erhalten. Wenn der Zaun dann einmal fertiggestellt ist wird er sich mit den etwa 1,10 m hohen Eichenpfählen die im Abstand von 200 m eingegraben wurden und weiteren 4 x 4 cm dünnen Stabilisatoren, die im Abstand von 25 m eingebaut werden gut in die Landschaft einfügen. Zu betonen ist, dass durch den Weidezaun keiner der frei gegebenen Wege versperrt oder unbegehbar wird.

Da es bereits mehrere auch ortsansässige Landwirte gibt, die bereit sind mit ihren Tieren in der Drover Heide zu weiden, soll die Beweidung möglichst zeitnah aufgenommen werden. Auch der Eigentümer trägt die Beweidung der Heide als Pflegemaßnahme ausdrücklich mit. Wichtig ist dabei, dass die so genannte Besatzdichte der Tiere nicht zu hoch ist, um beispielsweise die bodenbrütenden Vogelarten nicht zu beeinträchtigen. Angedacht ist eine Beweidung mit etwa 7 -10 Rindern auf ca. 40 ha Fläche. Zugleich ist beabsichtigt das Weideregime so zu lenken, dass eine intensivere Beweidung während der Brutzeit nur außerhalb der unmittelbaren Kernzonen des Vogelschutzgebietes stattfindet.

Der Aufbau einer regionalen Vermarktungsstruktur „Rindfleisch aus der Heide“ ist im Moment noch Zukunftsmusik, wird aber vielleicht in wenigen Jahren schon Realität. In Kürze wird der Weidezaun errichtet, um im Frühjahr des nächsten Jahres mit einem Landwirt zusammen das Projekt zu starten. Zu Beginn wird die Herde, die friedlich durch die Heidelandschaft zieht noch klein sein, hoffentlich aber im Laufe der Jahre anwachsen, so dass eine Vermarktung möglich sein wird.


Wie geht es weiter?
In den nächsten Wochen werden auf den frei gegebenen Wanderwegen Sitzbänke aufgestellt. Darüber hinaus sollen Waldpilze Schutz bei Regen oder Sonne bieten und Wegebaumaßnahmen dienen dazu schlecht begehbare Wegeabschnitte zu verbessern. Im Laufe des Winterhalbjahres ist daran gedacht, weitere Informationstafeln mit umfangreichen Erklärungen zu den besonderen Tier- und Pflanzenarten aufzustellen. Hier sollen die Bürger im Speziellen etwas über die Zwergbinsen, die Vögel und Amphibien und vieles mehr über die Drover Heide erfahren. In der Planung sind zudem 2 Aussichtspodeste, die auch einen weiten Blick in die offene Landschaft ermöglichen sollen.


Um den vielen seltenen Arten auch weiterhin eine Koexistenz neben dem berechtigten Anliegen der Bevölkerung die Heide zu erleben und zu durchstreifen, zu ermöglichen, ist es unbedingt notwendig sich an einige Gebote im Gebiet zu halten.


Bitte beachten Sie deshalb insbesondere:

Das Wegegebot:
Bleiben Sie auf den in der Karte gekennzeichneten und im Gelände farbig markierten Wanderwegen. Ihnen stehen etwa 20 km Wanderwege zur Verfügung. Das Wegegebot besteht aus Gründen des Naturschutzes und aufgrund der Kampfmittelbelastung des Gebietes. Beim Verlassen der gekennzeichneten Wege besteht Lebensgefahr durch Blindgänger.
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Hunde sind anzuleinen!
Damit Tiere und Pflanzen nicht gestört werden, halten Sie Ihren Hund an der Leine. Im Gebiet leben verschiedene Vogelarten, die ihre Nester oder Ruheplätze auf dem Boden anlegen. Freilaufende Hunde werden von Vögeln und anderen wildlebenden Tieren als Feinde angesehen und lösen bei diesen eine Fluchtreaktion aus. So besteht u.a. die Gefahr das Altvögel ihre Brut verlassen. Im Winter werden unnötig Kraftreserven verbraucht, die im Extremfall zum Tode der Tiere oder zur Vertreibung aus dem Gebiet führen können.

Pflanzen bitte stehen lassen!
Bitte belassen sie die Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum. Auch wenn manche Pflanzen hier zahlreich wachsen, so sind diese oft landesweit selten oder gar vom Aussterben bedroht.

Bitte Müll wieder mitnehmen!
Bitte hinterlassen Sie keine Abfälle in der Landschaft. Denken Sie daran, wie unschön Sie selber Abfälle in der Landschaft empfinden. In der Drover Heide befinden sich keine Müllbehälter.

Kein Feuer!
Es ist verboten, im geschützten Gebiet Feuer zu machen.

Störungen vermeiden!
Vermeiden Sie Störungen des Weideviehs und der geschützten Tierarten, in dem Sie sich bei Ihrem Besuch ruhig verhalten. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auch scheue Tierarten im Schutzgebiet beobachten können.


Fazit
Abschließend bleibt festzuhalten, dass zwischen allen Beteiligten nach vielen Jahren nun ein Kompromiss gefunden wurde. Naturschutz und berechtigtes Interesse nach Erholung und Naturerleben finden in der Heide ausreichende Berücksichtigung. Mit insgesamt ca. 20 km freigegebenen Wegen, die auf unterschiedlichen Rundwegen erwandert werden können, ist in dem immer noch vergleichsweise kleinen Gebiet ein umfangreiches Wegenetz errichtet worden, so dass auch nach vielen Stunden des Wanderns kein Weg doppelt gelaufen werden muss. Aber auch eine kleine schnelle Runde durch das Gebiet ist von jeder Zuwegung aus möglich.

Am Donnerstag den 08.09.2005 fand im Rahmen eines Pressetermins die „offizielle Freigabe“ des Gebietes für die Bürger statt. Auch wenn noch nicht alle Maßnahmen abgeschlossen sind, so wird doch auch jetzt schon zur herbstlichen Wanderung eingeladen. Haben Sie zur Zeit noch Verständnis, dass es durch die eine oder andere bauliche Aktivität zu Störungen kommen kann. Bis zum November sollten alle Maßnahmen abgeschlossen sein, so dass ab dann ein ungestörtes Naturerlebnis in der Heide möglich ist.

Es bleibt zu hoffen, dass alle Besucher aus nah und fern sich an die Regeln halten und somit die Einzigartigkeit und Schönheit des Gebietes erhalten bleibt.

In den nächsten Wochen werden durch die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Düren, die Ordnungsämter der Gemeinden, BIMA und Biostation in Kooperation mit der Polizeistation Kreuzau gezielte Informationen erfolgen, um im Gelände die Besucher über die Schutzziele und Verhaltensregeln aufzuklären. Der Kreis Düren hat zur Information "Beauftragte" eingestellt, die als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung stehen. Die Biologische Station wird die Kooperationspartner sowie die "Beauftragten" fachlich schulen. Durch die Untere Landschaftsbehörde wurde auch eine Informationsbroschüre mit Karte erstellt, die ab sofort bei den Kommunen, im Kreishaus und der Biologischen Station erhältlich ist. Ansprechpartner sind vor Ort des weiteren die Landschaftswarte als auch im besonderen die Biologische Station im Kreis Düren.
Allen Beteiligten ist klar, dass langfristig die Drover Heide ihren herausragenden Wert nur durch die Einbeziehung der ortsansässigen Bevölkerung erreichen kann. Ziel ist, Bürger zu gewinnen, die als Multiplikatoren die Grundideen zum Schutz des Gebietes transportieren. Dies soll durch geführte Wanderungen für die Bürger aus Kreuzau und Vettweiss erfolgen, um die eine oder andere versteckt lebende Tier- und Pflanzenart vorzuführen, die vielleicht bisher nicht im Blickfeld des Betrachters war. Andererseits erhoffen wir uns durch den direkten Kontakt auch so manche Information zum Gebiet, die wir bisher nicht hatten. Neben der Exkursion welche die Biologische Station am 17.09.05 im Rahmen ihres Veranstaltungskalenders anbietet, findet eine weitere Wanderung durch die Drover Heide am Samstag, den 29.10. 05 um 10.00 Uhr statt. Anmeldungen bitte direkt bei der Biologischen Station Düren (02427/94987-0).

Wir möchten die berechtigten Interessen der erholungssuchenden Menschen mit den Lebensraumansprüchen und Ruhebedürfnissen der Tier- und Pflanzenarten dieser einzigartigen Kulturlandschaft in Einklang bringen, damit die Heide nicht zur leeren Kulisse ohne „Akteure“, wie Heidelerche, Neuntöter, Schwarzkehlchen – und nicht zuletzt den Ziegenmelker – wird.
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