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B 90/ Die Grünen Vettweiß 
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Leserbrief des BUND

Besucherlenkung in der Drover Heide

Stellungnahme des BUND zu den durchgeführten Maßnahmen und zum Artikel
„Waldziegen aus Thüringen als Retter der Heide“ vom 18. Januar 2006 in der „Dürener Zeitung“.

Die Drover Heide hat sich gerade wegen des Zugangsverbotes während der Nutzung als Truppenübungsplatz zu einem in der Region einmaligen Natur- und Vogelschutzgebiet für Ziegenmelker und Heidelerche und damit zu einem wunderschönen Naherholungsgebiet entwickeln können. Wer jetzt freien und ungehinderten Zugang fordert, zerstört um des kurzfristigen Vorteils Willen in wenigen Jahren das, was er jetzt genießen will.

Wir stehen zunehmend im Konflikt zwischen kurzsichtigen Nutzerinteressen und den Erfordernissen des Schutzes der Natur. Wenn sich jetzt einzelne Politiker vor ihrer Verpflichtung drücken den notwendigen Interessenausgleich der Bevölkerung zu vermitteln und stattdessen den Konflikt unnötig verschärfen, werden sie ihrer eigentlichen Rolle in der Politik nicht gerecht. Dem Landrat ist Dank zu sagen für seine klare Stellungnahme und Unterstützung des erarbeiteten Begehungskonzeptes, so Walter Jordans, 1. Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Düren.
In jahrelangen Gesprächen und Verhandlungen wurde ein Kompromiss gefunden, mit dem alle leben können. Ein unabhängiges Planungsbüro prüfte Wegevorschläge der Kommunen Kreuzau und Vettweiß auf ihre Naturverträglichkeit und legte schon 2003 ein Wegekonzept vor, das sowohl Ruhezonen für Tiere als auch mehrere Wanderwege auswies. Auf Wunsch der Gemeinden wurde nachträglich ein weiterer Weg geprüft und ausgewiesen, so dass die Heide nunmehr auf sieben markierten Wegen mit einer Wegelänge von etwa 20 km erwandert werden kann. Für dieses Konzept, dem der Kreis und die Kommunen Vettweiß und Kreuzau zugestimmt hatten, beantragte die Biologische Station auf Wunsch des Kreises Fördergelder. Nur auf Antrag der Biologischen Station war eine 100-Prozentförderung durch das Land und die EU möglich. So konnte der Kreis Gelder im fünfstelligen Eurobereich einsparen.

In 2005 wurde mit der Umsetzung der einvernehmlich abgestimmten Maßnahmen begonnen: Informationstafeln wurden aufgestellt, auf denen Besucher Wissenswertes über die Heide und die hier lebenden Pflanzen und Tiere erfahren. Bänke laden zum Verweilen ein. Wanderwege wurden markiert, Weideland eingezäunt. Maßnahmen wie sie überall in Deutschland und im benachbarten Ausland üblich sind. Auch im Kreis Düren ist es gängige landwirtschaftliche Praxis Weideland einzuzäunen. Niemand regt sich darüber auf. Die Beweidung ist erforderlich um die Heide als einmalige Landschaft für Menschen und Tiere zu erhalten.
Alle Maßnahmen waren der Politik in den Räten der umliegenden Gemeinden bekannt.
Es ist daher unverständlich jetzt von „Blitzaktion“ und „Überrumpelung“ zu sprechen. Polemisierende Äußerungen von Seiten einzelner Politiker, die es besser wissen müssten und unhaltbare Vorwürfe gegen die Biologische Station tragen auf jeden Fall nicht zur Versachlichung und Akzeptanz der notwendigen Maßnahmen bei. Sie grenzen nach Ansicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schon an Rufmord.

Kann es sein, dass dahinter in Wahrheit die Absicht steckt, die Biologische Station zu diffamieren und in Frage zu stellen? Sollten nicht gerade unsere Landtagsabgeordneten zur langfristigen Sicherung der Station beitragen, die so kompetent und sachbezogen für unsere Region arbeitet und nicht unerheblich zur Werterhebung unseres ländlichen Raumes beiträgt.
Wir vom BUND unterstützen die Arbeit der Biologischen Station und begrüßen die Durchführung der Maßnahmen zur Besucherlenkung. Sie sind unabdingbarer Teil des Kompromisses zwischen dem Schutz einer einmaligen Landschaft mit einer ganz besonderen Tier- und Pflanzenwelt und dem berechtigten Interesse der Bürger, dieses Gebiet zu erleben. Hierzu tragen im Übrigen nicht zuletzt die geführten Wanderungen bei, die die Biologische Station jeden Monat anbietet.

Walter Jordans, für die BUND-Kreisgruppe Düren
In der Drover Heide
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